Geschichtliche Daten

Chronologie

Daten vorwiegend dem Kunstführer «Fürstenau - Stadt im Kleinstformat» entnommen.

12. Jh.:Erste urkundliche Erwähnung in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts des alten Namen von Fürstenau: Mairaus.
1257:Der neue Name ist erstmals mit Fürstinowe belegt. Fürst bezieht sich hier auf den Bischof von Chur, in dessen Eigentum der Meierhof von Fürstenau war. Der Name wurde erst später auch auf die danach erbaute Burg übertragen.
1272:Erwähnung des Burgbaus, wobei unklar bleibt, wann der Bau tatsächlich in Angriff genommen wurde.
1282Urkundet der Bischof explizit «in castro», also auf der Burg.
1295Sind bereits Ämter des bischöflichen Hofstaates von Fürstenau urkundlich vermerkt.
1354:Fürstenau erhält das Stadtrecht. König Karl IV. liess Bischof Ulrich V. (1331-1355) am 13. Mai 1354 ein Diplom (siehe «Stadtbrief») überreichen, das Fürstenau das Recht auf Kerker, Stock und Galgen, sowie die Abhaltung von zwei Jahrmärkten am St. Michaels- und St. Georgstag übertrug. Damit war Fürstenau auch in juristischen Sinn zur Stadt avanciert. Ihre Ausdehnung von 1354 deckt sich mit derjenigen der 1272 erwähnten Burg.
1354:Die Kirche zu Fürstenau wird erstmals im Diplom von 13. Mai 1354 erwähnt und zwar mit der Zuordnung zu den Heiligen Martin und Georg. Dieser Titel scheint dann durch den Namen Heilige Drei Könige, ein ursprünglich vorhandenes Nebenpatrozinium, verdrängt worden zu sein.
1473Machten die Werdenberg, die Erben des Vazischen Besitzes im Domleschg, gemeinsam mit ihren Untertanen die Viamala passierbar. Der Splügenpass war dem Septimer nun gleichauf. Der Transitverkehr verlagerte sich daraufhin auf die linke Talseite, was zum Aufstieg von Thusis, das 1497 das Marktrecht erhielt, und zur Abwertung von Fürstenau führte.
15. Jh.:Durch bischöfliche Urkunden bezeugt sind am Ende des 15. Jahrhunderts der Burggraben und das Gefängnis im Turm.
16. Jh.:Der Bundesbrief von 1524 und die Ilanzer Artikel von 1524 und 1526 beschnitten die politische Macht des Bischofs. Die konfessionellen und herrschaftlichen Verhältnisse wurden neu geregelt. Politisch war der Bischof zwar in die Bedeutungslosigkeit abgesunken, doch am Besitz und am Bestand des Bistums wurde letztlich nicht gerüttelt, was dessen lange Präsenz in Fürstenau erklärt.
1629/30:Ein Viertel der Bevölkerung im Tal wird von der Pest dahingerafft.
1667-1676:Das Obere Schloss (Schauenstein) wurde erbaut.
1709Erwarb das Gericht Fürstenau vom Bischof die letzten Herrschaftsrechte. Das Schloss mit Gütern blieb jedoch in bischöflichem Besitz.
1715(Jahreszahl über dem Chorbogen) Fand ein Umbau des Gotteshauses statt, der im Wesentlichen den heutigen Bau ausmacht. Vom spätgotischen Bestand stammen wohl nur noch die Umfassungsmauern.
1742Wurde das Städtchen durch einen Brand zerstört. Unmittelbar danach wurden die beschädigten Gebäude, darunter auch die Schlösser wieder aufgebaut. Politisch und gesellschaftlich hat sich Fürstenau nur noch als Dorf etablieren können, nicht zuletzt deshalb, weil der Markt nach Fürstenaubruck verlegt worden war.
1923:Die letzte grosse Renovation der Kirche von 1923 wurde von den Architekten Otto Schäfer & Martin Risch aus Chur ausgeführt: Die Kirche wurde innen und aussen neu verputzt und mit einer neuen Ausstattung versehen.

Bevölkerungsentwicklung seit 1850

Diagramm
Jahr Einwohnerzahl
1850 304
1860 244
1888 316
1930 200
1950 253
1980 198
2005 329